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Ratgeber · Stand 05.10.2026

Selbstausschluss und Konto schließen bei Anbietern ohne OASIS

Regeln mit Norm und Primärquelle, Angaben je Casino mit Quelle.

Methodik und Quellen →

Bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis reicht ein Antrag beim RP Darmstadt, und die Sperre gilt bei allen angeschlossenen Spielformen zugleich. Die bundesweite OASIS-Sperrdatei bewirkt aber nichts bei Konten von Marken, die laut AskGamblers an keinem Selbstausschluss-Register teilnehmen.

Dort gibt es nur zwei Wege. Entweder der Anbieter hat ein eigenes Werkzeug für den Selbstausschluss, oder der Spieler bittet den Support schriftlich, das Konto zu schließen. Beides wirkt nur für diese eine Marke, nicht für andere Seiten. Was ein Casino ohne OASIS sonst vom regulierten Markt trennt, ist auf der Startseite zusammengefasst. Stand der Normen und Marken-Daten: Abruf vom 07.10.2026.

Katrin Vollmer
Katrin VollmerRedakteurin · OASIS, LUGAS und Limits · Stand 05.10.2026 ·
I

Vergleich der 4 Casinos

CasinoSelbstausschlussSpielerschutz-Tools
7Signs Casinokein Selbstausschluss-Toolkeine Limit-Tools (Einzahlung, Einsatz, Verlust, Zeit), kein Selbstausschluss, keine Auszeit, kein Realitätscheck; nur Selbsttest
Wild Tokyo CasinoSelbstausschluss-Tool vorhandenSelbstausschluss, Auszeit (Cool-off) und Realitätscheck vorhanden; keine Limit-Tools (Einzahlung, Einsatz, Verlust, Zeit); kein Selbsttest
MyStake Casinokeine Angabebegrenzte Optionen
Sportaza CasinoSelbstausschluss-Tool vorhandenSelbstausschluss und Selbsttest vorhanden; keine Limit-Tools (Einzahlung, Einsatz, Verlust, Zeit), keine Auszeit, kein Realitätscheck
II

Warum OASIS hier nicht greift

Die Abfrage der Sperrdatei ist eine Pflicht aus der deutschen Erlaubnis. Nach § 8 Abs. 2 GlüStV 2021 dürfen gesperrte Spieler an öffentlichen Glücksspielen nicht teilnehmen; durchgesetzt wird das, indem der Anbieter vor dem Spiel mit OASIS abgleicht. Eine Marke, die keine deutsche Casino-Lizenz hat und nicht auf der Whitelist der GGL steht, ist an diesen Abgleich nicht angeschlossen. 7Signs und Sportaza nennen laut casino.guru Lizenzen aus Anjouan und von der Tobique Gaming Commission, laut AskGamblers nur Tobique; Wild Tokyo eine Curaçao-Lizenz, MyStake laut casino.guru Curaçao und laut LCB Curaçao und Anjouan.

Die GGL beschreibt die Folge in ihren Fragen und Antworten: Bei Anbietern ohne Anschluss fehlen „Maßnahmen wie Einzahlungslimits oder Selbstsperren“. Das betrifft auch die 24-Stunden-Sperre per Schaltfläche. Nach § 6i Abs. 3 GlüStV muss sie bei erlaubten Online-Casinospielen dauerhaft sichtbar sein und wird in OASIS eingetragen. Bei den vier Marken hier ist eine solche Schaltfläche nicht vorgeschrieben.

Umgekehrt gilt: Eine bestehende OASIS-Sperre wird bei diesen Marken nicht abgefragt. Wer sich dort schützen will, braucht eine Sperre beim jeweiligen Anbieter selbst. Ein ehemaliger Spieler fasst seine Lage bei anderen Offshore-Anbietern auf Reddit so zusammen: „Es gibt dort keine OASIS-Abfragen, keine Einzahlungslimits und keinen wirksamen Spielerschutz“.

III

Selbstausschluss je Anbieter

Die Angaben stammen aus den Werkzeuglisten von AskGamblers und aus Spielerberichten auf casino.guru. Ein offizielles Register, das solche Werkzeuge prüft, gibt es für diese Marken nicht.

  • 7Signs (Rocketship Ventures S.R.L.): kein Selbstausschluss-Tool, keine Auszeit, keine Limit-Werkzeuge für Einzahlung, Einsatz, Verlust oder Zeit; vorhanden ist laut AskGamblers nur ein Selbsttest. Support per Live-Chat rund um die Uhr, E-Mail und Telefon.
  • Wild Tokyo (GBL Solutions N.V.): Selbstausschluss-Tool vorhanden, dazu eine Auszeit und ein Realitätscheck. Laut AskGamblers DE lässt sich eine kurzfristige Auszeit von 1, 3 oder 7 Tagen aktivieren. Limit-Werkzeuge fehlen. Support per Live-Chat und über [email protected].
  • Sportaza (Rocketship Ventures S.R.L.): Selbstausschluss-Tool vorhanden und Selbsttest laut AskGamblers; keine Auszeit, kein Realitätscheck, keine Limits. Support per Live-Chat rund um die Uhr und E-Mail.
  • MyStake: zum Selbstausschluss keine Angabe. casino.guru vermerkt „begrenzte Optionen für verantwortungsbewusstes Spielen“.

Auffällig ist, dass 7Signs und Sportaza denselben Betreiber haben und trotzdem unterschiedlich eingetragen sind: bei der einen Marke kein Werkzeug, bei der anderen eines.

Für das MyStake Casino gibt es keine AskGamblers-Seite mit Werkzeugliste, deshalb fehlt dort jede belastbare Angabe. Zwei Spielerstimmen auf casino.guru zeichnen ein eher dünnes Bild: Ein Nutzer nennt als Nachteil „no responsible gaming tools“, ein anderer berichtet auf der deutschen Seite, es habe „keine Option zur Kontoschließung im Menü“ gegeben. Das sind Einzelberichte, keine Prüfung durch eine Stelle.

Bei Sportaza widersprechen sich Werkzeugliste und Spielerberichte. AskGamblers führt das Tool als vorhanden, ein Nutzer auf casino.guru schreibt dagegen: „Unable to close game account even if you report being addicted“. Wer den Selbstausschluss bei einer der vier Marken anstößt, findet die Funktion, falls vorhanden, in den Kontoeinstellungen; sonst bleibt der Weg über Chat oder E-Mail.

IV

Konto löschen, schließen oder sperren: der Unterschied

Die Fragen in der Google-Suche lauten fast wortgleich: Wie kann ich mein Casino-Konto löschen, wie mein Spielkonto, wie ein Online-Konto? Für Anbieter mit deutscher Erlaubnis gibt das Gesetz die Richtung vor. Nach § 6a Abs. 7 GlüStV 2021 ist Spielern „jederzeit die Möglichkeit einzuräumen, das Spielkonto zu schließen“, und die Schließung darf nicht aufwendiger sein als die Einrichtung. Für Marken ohne deutsche Erlaubnis gilt diese Vorgabe nicht; dort entscheiden die eigenen Geschäftsbedingungen.

Drei Dinge werden oft verwechselt. Das Schließen eines Kontos beendet die Geschäftsbeziehung mit einer Marke. Ein Selbstausschluss beim Anbieter ist eine Sperre für eine bestimmte Dauer oder dauerhaft, ebenfalls nur bei dieser Marke. Eine OASIS-Selbstsperre gilt bei allen angeschlossenen Anbietern und dauert nach § 8a Abs. 6 GlüStV mindestens drei Monate.

Bei erlaubten Anbietern liegen die Ebenen nah beieinander. Spieler berichten auf gutefrage.net, dass das Schließen von Konten bei bet365 und bwin oder der Knopf „Konto sperren“ bei winfest zu einem OASIS-Eintrag führte, der danach auch in der Tipico-Filiale und in der Spielhalle griff. Ein Spieler schreibt: „also bin ich in den Einstellungen auf Konto sperren gegangen.“ Wer nur löschen will, sollte also lesen, welche Funktion er wählt. Eine solche Sperre endet nicht durch eine Kontolöschung; die Aufhebung erfolgt nach § 8b ausschließlich auf Antrag beim RP Darmstadt.

Bei den Marken ohne Anschluss entsteht kein OASIS-Eintrag, egal welchen Knopf man drückt. Steht auf dem Konto noch Geld, ist die Reihenfolge wichtig: Ein geschlossenes Konto lässt sich nicht mehr für eine Auszahlung nutzen, und bei laufender Verifizierung kann sich die Schließung verzögern. Wie lange eine Auszahlung im Casino ohne OASIS dauert und welche Tageslimits gelten, etwa 500 € pro Tag bei 7Signs, Wild Tokyo und Sportaza laut casino.guru, steht auf der Seite zu Auszahlungen.

Bei 7Signs berichtet ein Nutzer auf casino.guru, der Chat habe die Schließung abgelehnt: „No self exclusion tools, no way to close or block account“. Eine schriftliche Bitte per E-Mail hinterlässt dagegen einen Beleg mit Datum; in den Beschwerdefällen bei AskGamblers haben Spieler genau solche Mails als Nachweis vorgelegt.

V

Wenn der Anbieter nicht reagiert

Die Spielerberichte zu diesem Punkt sind zahlreich. Unter 151 ausgewerteten Spielerstimmen betreffen 16 einen Selbstausschluss bei einem Offshore-Anbieter, der nicht funktionierte. Drei Muster wiederholen sich.

Die Bitte bleibt unbeantwortet. Auf AskGamblers schildert ein Spieler, dass 7Signs seine Bitte um Selbstausschluss rund zwei Monate ignorierte; in dieser Zeit verlor er 2.190 Dollar. Er hatte nach eigener Darstellung mehr als zehn E-Mails geschickt: „For how many months do I have to ask before you answer??“. Bei Sportaza beklagt ein anderer Spieler, sein Konto sei auch nach mehreren Monaten noch nicht geschlossen.

Das Konto wird wieder geöffnet. Ein Sportaza-Spieler hatte einen dauerhaften Ausschluss gesetzt und fand das Konto später mit Verweis auf ein Update wieder offen: „I noticed that my player account had been reopened!“. Danach verlor er 1.146 Euro. Auf gutefrage.net fragt ein Spieler, der mehrfach Konten wegen Suchtverhalten geschlossen hatte, ob er Geld zurückfordern könne, nachdem Casinos sie wieder eröffnet hatten.

Statt Sperre kommt ein Angebot. Bei der laut casino.guru inzwischen geschlossenen Marke Casombie antwortete ein VIP-Manager auf die Bitte um Ausschluss mit einem Bonus von 50 kanadischen Dollar. Für erlaubte Anbieter verbietet § 8 Abs. 4 GlüStV, auf Gesperrte einzuwirken, eine Entsperrung zu beantragen; für Marken ohne deutsche Erlaubnis gilt diese Vorschrift nicht. In einem weiteren Fall verwies das Casino darauf, der Spieler sei allein dafür verantwortlich, dass keine neuen Konten eröffnet würden.

Was bleibt: Schlichtungsportale wie AskGamblers oder casino.guru nehmen solche Fälle auf, entscheiden aber nicht bindend; in den ausgewerteten Fällen gab AskGamblers teils dem Casino recht. Daneben nennen Spieler und eine Beraterin auf gutefrage.net Sperren außerhalb des Casinos. Die Beraterin verweist auf „Filter-Software, die alle Glücksspielseiten ausfiltert“, und nennt Programme wie Betblocker, Gamban und GamBlock. Ein Spieler fragt, ob die Hausbank Überweisungen an Glücksspielseiten blockieren kann; eine verbindliche Antwort darauf geben die ausgewerteten Quellen nicht. Welche Hilfen es darüber hinaus gibt, wenn jemand verantwortungsvoll spielen will oder den Überblick verliert, ist auf der eigenen Seite gesammelt. Laut GGL bietet das BIÖG unter 0800 1 37 27 00 eine kostenfreie Telefonberatung an, Montag bis Donnerstag 10 bis 22 Uhr, Freitag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr.

Kurze Antworten

Häufige Fragen zu Selbstausschluss und Konto löschen

Wie kann ich mein Casino-Konto löschen?

Bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis muss die Schließung nach § 6a Abs. 7 GlüStV 2021 jederzeit möglich und nicht aufwendiger als die Einrichtung sein, meist über die Kontoeinstellungen. Bei Marken ohne deutsche Erlaubnis entscheiden deren Bedingungen; fehlt eine Funktion, bleibt die schriftliche Bitte an den Support per E-Mail.

Wie kann ich mein Spielkonto löschen, wenn noch Guthaben darauf ist?

Das Guthaben sollte vorher ausgezahlt sein, denn ein geschlossenes Konto lässt sich nicht mehr für eine Auszahlung nutzen. Bei 7Signs, Wild Tokyo und Sportaza gilt laut casino.guru ein Auszahlungslimit von 500 € pro Tag.

Wirkt meine OASIS-Sperre bei 7Signs, Sportaza oder MyStake?

Nein. Diese Marken haben keine deutsche Erlaubnis und gleichen nicht mit OASIS ab; 7Signs, Wild Tokyo und Sportaza nehmen laut AskGamblers an keinem Selbstausschluss-Register teil, zu MyStake gibt es keine Angabe.

Hat 7Signs einen Selbstausschluss?

Laut AskGamblers nein: kein Selbstausschluss-Tool, keine Auszeit und keine Limits, nur ein Selbsttest. Ein Spieler berichtet, dass seine Bitte um Ausschluss rund zwei Monate unbeantwortet blieb.

Ist eine Kontolöschung dasselbe wie eine Sperre?

Nein. Die Löschung beendet das Konto bei einer Marke. Eine OASIS-Selbstsperre gilt bei allen angeschlossenen Anbietern für mindestens drei Monate. Bei erlaubten Anbietern kann der Knopf „Konto sperren“ laut Spielerberichten zu einem OASIS-Eintrag führen.

Endet eine OASIS-Sperre, wenn ich das Konto lösche?

Nein. Nach § 8b GlüStV wird eine Sperre nur auf schriftlichen Antrag beim RP Darmstadt aufgehoben, frühestens nach Ablauf der Mindestdauer.

Was tun, wenn das Casino den Selbstausschluss ignoriert?

Die Bitte schriftlich wiederholen und die E-Mails aufbewahren; Spieler haben solche Fälle bei AskGamblers und casino.guru eingereicht, deren Entscheidungen sind aber nicht bindend. Kostenfreie Beratung bietet laut GGL das BIÖG unter 0800 1 37 27 00.

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